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Kategorie: Zivilrecht - BGB-AT - Rechtshandlungen - Realakt

Realakte


München, 11.02.2018 von Andrea Schütze
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Realakte sind Rechtshandlungen ohne finale Bezogenheit auf einen rechtlich relevanten Erfolg.

Realakte sind Rechtshandlungen. Im Unterschied zu den geschäftsähnlichen Handlungen, knüpft hier die gesetzliche Rechtsfolge nicht am Willen des Betroffenen an, sondern tritt allein kraft Gesetzes ein.

Realakte sind Tathandlungen. Weil hier das Handlungselement deutlich überwiegt und auch vorhandener Wille nur im Bezug zur Tat, zum Tat-Erfolg, nicht aber zum rechtlichen Erfolg, also die durch das Gesetz gezeitigte Rechtsfolge zu sehen ist, sind die Regeln über Willenserklärungen auf Realakte nicht anwendbar, auch nicht analog.

Konsequenz: Auch Geschäftsunfähige können Realakte begehen.
Es ist keine Stellvertretung möglich, selbst dann nicht, wenn man hier nicht für sich handeln sollte. Auch ist es hier unerheblich, ob die Fremdbezogenheit offengelegt wird oder nicht. Es ist zwar so, dass dann die gesetzlichen Rechtsfolgen den anderen treffen für den gehandelt wird, aber dies geschieht nicht aufgrund Stellvertretung, sondern durch Zurechnung des Handelns (=Realakt).

Realakte sind:

Verwendete Literatur:
Brox/Walker, Allgemeiner Teil des BGB, 39. Aufl., S. 48, Rz. 94.
MüKo BGB, J. Schmitt, § 105, Rz. 13-15.
MüKo BGB, J. Schmitt, § 164, Rz. 6-7.


Permalink: http://andrea-schütze.de/jura-examen/Zivilrecht/Realakt.html


Fuߟnoten

1.Kritisch hier Flume, der sie nicht unter Realakte zählen möchte, weil hier das Ergebnis auch durch Naturereignisse und damit nicht durch Handeln i.S.v. menschlichem Handeln, sondern Natur und Zufall eintreten können.